Nachhaltigkeit

„Entwicklung nachhaltig zu gestalten – um sicherzustellen, dass sie die Bedürfnisse der Gegenwart erfüllt, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen.“



Definition: Nachhaltigkeit

Wohl am häufigsten zitiert – da juristisch korrekt und auf den Punkt gebracht – ist die Definition von Nachhaltigkeit aus dem sogenannten Brundtland-Bericht :

„Humanity has the ability to make development sustainable – to ensure that it meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.“

„Die Menschheit hat die Fähigkeit, Entwicklung nachhaltig zu gestalten – um sicherzustellen, dass sie die Bedürfnisse der Gegenwart erfüllt, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen.“


Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit Qualitäts- und Umweltmanagementsystemen

Zwischen Nachhaltigkeit und Qualitäts- und Umweltmanagementsystemen bestehen nicht unerhebliche Schnittmengen. Daher sollten sich Managementsysteme immer auch mit Nachhaltigkeit beschäftigen.


Nachhaltigkeit im Umweltmanagementsystem (DIN EN ISO 14001)

Diejenigen zur DIN EN ISO 14001 sind selbsterklärend:

  • Eine der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit ist die Ökologie;
  • Drei der Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex beschäftigen sich mit dem Aspekt Umwelt;
  • Je nach Auslegung beschäftigen sich 5 oder mehr der Sustainable Development Goals mit der Umwelt

Ein Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001 hilft also bei der Umsetzung einer der Dimensionen der Nachhaltigkeit und der Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex und der Sustainable Development Goals.


Nachhaltigkeit im Qualitätsmanagementsystem (DIN EN ISO 9001)

Im Zusammenhang mit dem Qualitätsmanagement sind die Parallelen zur Nachhaltigkeit vielleicht nicht auf den ersten zu erkennen, lassen sich aber recht einfach herleiten:

Kapitel der DIN EN ISO 9001 mit Relevanz für Nachhaltigkeit

Verstehen der Organisation und ihres Kontextes (4,1) & Verstehen der Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien (4.2)

Die Organisation muss „externe und interne Themen bestimmen, die für ihren Zweck und ihre strategische Ausrichtung relevant sind“. Diese müssen laufend überwacht und überprüft werden.

Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen (6.1)

Die Organisation muss „die in 4.1 genannten Themen und die in 4.2 genannten Anforderungen berücksichtigen sowie die Risiken und Chancen bestimmen, die behandelt werden müssen“.

Steuerung von extern bereitgestellten Prozessen, Produkten und Dienstleistungen (8.4)

„Die Organisation muss sicherstellen, dass extern bereitgestellte Prozesse, Produkte und Dienstleistungen den Anforderungen entsprechen.“

Risikobasiertes Denken (Anhang A4)

„Es ist eine Kernaufgabe eines Qualitätsmanagementsystems als vorbeugendes Instrument zu wirken.“


Fazit

„Nachhaltigkeit“ liegt im ureigenen Interesse eines Unternehmens – nur durch Wahrung und schonenden Umgang mit seinen Ressourcen kann eine Organisation ihren langfristigen Fortbestand und Erfolg sichern.

Jedes ernsthafte Qualitätsmanagementsystem, Umweltmanagementsystem oder erst recht integrierte Managementsystem muss sich also zwangsläufig auch intensiv mit dem Aspekt der Nachhaltigkeit beschäftigen.


Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit / Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit wird sowohl im Brundtland-Bericht als z.B. im Abschlussbericht der Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt – Ziele und
Rahmenbedingungen einer nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung“als ein Zusammenwirken und Ausbalancieren von drei Dimensionen oder Säulen beschrieben: die ökologische, die ökonomische und die soziale.

Drei Dimensionen / Säulen der Nachhaltigkeit
Drei Dimensionen / Säulen der Nachhaltigkeit: ökologische, ökonomische und soziale

Nachhaltigkeitsstandards / -Richtlinien

Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK)

Allgemeines und Zielsetzung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK)

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) ist ein Transparenzstandard für die Berichterstattung unternehmerischer Nachhaltigkeitsleistungen.
Er ist dabei branchenübergreifend und größen- sowie rechtsformunabhängig gestaltet – kann also sowohl von Aktiengesellschaften als auch von „Ein-Mann-Betrieben“ angewendet werden.

„Er unterstützt den Aufbau einer Nachhaltigkeitsstrategie und bietet einen Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Regelmäßig zu berichten, macht die Entwicklung des Unternehmens im Zeitverlauf sichtbar.“


Die 20 Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK)

Grafische Darstellung der20 Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodexes
Die 20 Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK): Strategie, Wesentlichkeit, Ziele, Tiefe der Wertschöpfungskette, Verantwortung, Regeln und Prozesse, Kontrolle, Anreizsysteme, Beteiligung von Anspruchsgruppen, Innovations- und Produktmanagement, Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen, Ressourcenmanagement, Klimarelevante Emissionen, Arbeitnehmerrechte, Chancengerechtigkeit, Qualifizierung, Menschenrechte, Gemeinwesen, Politische Einflussnahme, Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten

Sustainable Development Goals (Ziele für nachhaltige Entwicklung) – Agenda 2030

  • SDG 1 Keine Armut – Armut in jeder Form und überall beenden
  • SDG 2 Kein Hunger – Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern
  • SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen – Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihre Wohlergehen fördern
  • SDG 4 Hochwertige Bildung – Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern
  • SDG 5 Geschlechtergleichstellung – Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen
  • SDG 6 Sauberes Wasser und Sanitärversorgung – Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
  • SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie – Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern
  • SDG 8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum – Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
  • SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur – Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
  • SDG 10 Weniger Ungleichheiten – Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern
  • SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden – Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen
  • SDG 12 Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster – Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen
  • SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz – Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen
  • SDG 14 Leben unter Wasser – Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen
  • SDG 15 Leben an Land – Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen
  • SDG 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen – Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen
  • SDG 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele – Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbeleben

Siehe auch


Nachweise